Aus dem Jahrbuch »Vezi med ljudmi – Zwischenmenschliche Bindungen« 2009
Die Chronik 2009
Dezember 2008 - mit dem Monat Dezember beginnt immer unser Jahrbuch, deshalb beginnen wir mit unserer traditionellen Weihnachts- und Neujahrsfeier als Kulturveranstaltung. Dieses Mal war sie ganz anders als sonst. Zusammen mit dem Verband der Kulturorganisationen von Marburg und dem Regionalmuseum haben wir ein Konzert zum 200. Jahrestag der Ankuft des zu Unrecht vergessenen Musikers, Philosophen, Schriftstellers, Mathematikers und Bürgers der Stadt Marburg mit europaweitem Renommee Baron Eduard von Lannoy ins Schloss Widhaus organisiert. Das Problem steckt natürlich in der Einstellung des heutigen Maribor gegenüber der eigenen Kulturgeschichte, aus der auch die wichtigsten Beiträge der deutschsprachigen Mitbürger praktisch gelöscht worden sind.
Das Konzert fand im wunderschönen Rittersaal der Marburger Burg statt, den uns freundlicherweise das Regionalmusum von Marburg zur Verfügung gestellt hat.
Lebenslauf und Werk des Komponisten Euduard von Lannoy wurden zunächst von Univ. Prof. Dr. Wolfgang Suppan vorgestellt, dem namhaften Musikwissenschaftler aus Graz, der gerade zum Thema Lannoy im Jahre 1959 doktoriert hat.
Interpretiert von der Sopranistin Nataša Trobentar, begleitet vom Grazer Pianisten Prof. Mag. Karlheinz Donauer, konnten wir anschließend schöne Lieder von Lannoy hören. Das Trio der Musikschule A. M. Slomšek - Ariana Magdovska, Klavier, Gorazd Strliè, Violloncello und Danijel Šeruga, Klarinette stellte Lannoys Op. 15 vor – ein Trio für Klavier, Klarinette und Violoncello. Prof. Tatjana Ognjanoviè, Klavier, spielte abschließend mit der ihr eigenen Emotionalität Kompositionen von Schubert, Liszt, Schumann und Wagner, durch die in diesem Lannoy gewidmetem Konzert dieser Künstler im Rahmen seiner Zeitgenossen präsentiert wurde. Der Saal war voll besetzt und nach dem Konzert verließen die Besucher den Saal sehr zufrieden, die Zufriedenheit wurde auch laut ausgedrückt.
Mit ihrer Anwesenheit ehrten uns zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Kultur und Wirtschaft. So konnten wir in unserer Mitte die Kabinettchefin des Präsidenten der Republik Slowenien Frau Magda Tovornik begrüßen, weiters den Botschafter der Republik Österreich in Slowenien Valentin Inzko, die Kulturrätin der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland Frau Theresa Ziehe, als Vertreterin des Bürgermeisters von Graz die Rätin Mag. Claudia Sachs-Lorbeck und viele andere.
Einige Tage später bescherte uns das Goethe Institut aus Laibach einem interessanten Literaturabend mit der bekannten deutschen, in Berlin lebenden Schriftstellerin Iris Hanika. Sie las aus ihren Prosawerken, besonderen Nachdruck legte sie auf ihren neuesten Roman »Treffen sich zwei«, der für den «Deutschen Buchpreis« nominiert worden ist. Die Zuhörer, Mitglieder unseres Vereins und andere geladene Gäste haben sehr interessiert zugehört und der Künstlerin mit einem langen Applaus und einem herzlichen Zusammensein tief in die Nacht hinein gedankt.
Zusammengestellt und in die Druckerei gebracht haben wir auch alles für unser alljährliches Jahrbuch Vezi med ljudmi-Zwischenmenschliche Bindungen.
Gegen Ende des Monats machten wir eine Pause mit unseren Kursen für Erwachsene, Kinder, dem Computerkurs für Senioren und dem Malereikurs und beschäftigten uns mit den ins Haus stehenden Festtagen.
Januar 2009 – Das Neue Jahr begannen wir mit der Fortsetzung unseres Beisammenseins bei Deutschkursen, der Konversation, Computerkursen und dem Zeichnungs- und Malereikurs. Auch die Kindergruppe machte mit den Deutschworkshops weiter. Aus der Druckerei kam auch unser Jahrbuch, freudig konnten wir es lesen und über Inhalt und Form diskutieren; es wurde auch das Datum seiner Präsentation für ein breiteres Publikum festgelegt.
Aus Graz erhielten wir die Einladung unseres befreundeten Vereins »Alpenländischer Kulturverband Südmark«, sie zu besuchen und zugleich die Ausstellung »November 1918 – Steiermark zwischen Monarchie und Republik« zu besichtigen, die damals im Stermärkischen Landesarchiv in Graz zu sehen war.
Februar 2009 – Unsere Mitglieder kamen der Einladung sehr gerne nach, die Sitze im Bus waren schnell vergeben. Mitte Februar ging es dann nach Graz und wir besichtigten die interessant aufgebaute Ausstellung mit der Zweiteilung des Landes auf zwei Staaten als Zentralthema. Anschließend machten wir trotz der bitteren Kälte einen Spaziergang durch das Stadtzentrum und kehrten in einem Gasthof zu einem späten Mittagessen ein, zu dem der Bürgermeister der Stadt Graz Mag. Siegfried Nagl geladen hatte. Es folgte eine sehr interessante Präsentation der Geschichte und Siedlungsorte der Sudetendeutschen im Bereich des heutigen Tschechiens (Mähren und Böhmen) und ihrer blutigen Vertreibung nach dem Ende des zweiten Weltkriegs. Diese Präsentation wurde vom Sudetendeutschen Verein in Graz vorbereitet.
Von unseren Sterischen Freunden aus der Stadt Reschitza im Banater Bergland in Rumänien bekamen wir eine Einladung zur Teilnahme an ihren traditionellen »Deutschen Literaturtagen in Reschitza«, die vom deutschen Minderheitenverein »Deutsche Vortragsreihe Reschitza« in Rumänien organisiert werden. .
März 2009 – in unserer Sitzung wurde diese Einladung diskutiert, es wurde beschlossen, dass von uns vier Mitglieder – die Obfrau und drei Mitglieder der Literaturgruppe – im Mai ins ferne Reschitza fahren und ihren literarischen Beitrag zur Präsentation der Literatur der deutschen Minderheiten leisten werden. Mit dem Projekt »Reise und Teilnahme der Autoren der deutschen Gemeinschaft in Slowenien nach Reschitza« konkurierten wir zwar in der Ausschreibung des slowenischen Kulturministeriums. Leider erfolglos, unser Projekt bekam nicht genug »Punkte«. Nach längerer Überlegung wurde dann mit den Organisatoren vereinbart, dass wir die Reisekosten selber decken, die Unterbringungskosten für die Autoren der rumänische Organisator aufkommen würde und Obfrau Veronika bei einer befreundeten Familie schlafen würde.
Mitte März nahmen Vertreter unseres Vereins auf die Einladung der österreichischen Botschaft in Laibach an einem Empfang und Treffen mit dem Außenminister der Republik Österreich Herrn Dr. Michael Spindelegger teil, der an diesem Tag zu einem Besuch in Slowenien weilte. Zusammen mit Vertretern aus dem Gottscheer Altsiedler Verein haben wir Herrn Außenminister die Lage unserer Minderheit in Slowenien geschildert, natürlich auch die Schwierigkeiten, die uns zu schaffen machen. Wir haben ihn um Hilfe und Beistand gebeten.
April 2009 – das Zentralereignis dieses Monats war die Präsentation unseres neuen Jahrbuchs dem breiteren Publikum. Auch in diesem Jahr wählten wir dafür ein Datum im Rahmen der Slowenischen Woche des Buches, unter dem in Marburg inzwischen traditionellem Titel »Wenn das Buch dich schreibt«. Die Präsentation fand in unseren eigenen Räumen statt, wir haben zahlreiche Freunde und Bekannte eingeladen. Gedichte und Teile aus eigenen literarischen Werken lasen die Autoren in der deutschen Sprache selber vor, slowenisch wurden sie von Melita Plešnik interpretiert. Im Begleitprogramm sind die Kinder, die unsere Deutschworkshops besuchen, aufgetreten. Mit dem Zytherspiel wurde der Abend von Ana Nikoliè, Mitglied unseres Vereins, mit ihren Freunden Sängern und einem Akkordeonspieler umrahmt.
Mai 2009 – Dieser Monat war sehr aktiv. Zuerst nahmen wir an den »19. Deutschen Literaturtagen in Reschitza«, organisiert vom Kultur- und Erwachsenenbildungsverein »Deutsche Vortragsreihe Reschitza« unter der Leitung des sehr engagierten Erwin Josef Tigla (Zigler) teil. Zusammen mit uns reiste zu dieser Veranstaltung auf dem unendlich langen Weg bis zum Banater Bergland und Reschitza der namhafte Humanitäraktivist Günther Maier aus Mureck.
Der erste Programmtag begann im Banater Bergbaumuseum. Es stellten sich zahlreiche Autoren aus Rumänien, Deutschland, Österreich und Ungarn vor. Darunter auch die deutschstämmige rumänische Schriftstellerin Nora Iuga, deren Roman heuer in slowenischer Übersetzung auch in Slowenien erschienen ist. Der zweite Veranstaltungstag fand dann in der deutschen Bibliothek »Alexander Tietz« statt und hier traten auch unsere Autoren auf. Zuerst haben wir unser letztes Jahrbuch vorgestellt, dann haben unsere Autoren Marjan Pungartnik, Ivana Hauser und Aleš Tacer aus ihren Werken in deutscher Sprache vorgelesen. Der letzte Tag war ein Sonntag. Die Organisatoren organisierten eine literarische Reise durch das Banater Bergland, anschließend haben wir im Städchen Oravitza, in einem schön renovierten Theater aus dem Jahre 1818 (einer Miniaturkopie der Weiner Burgtheaters) die Vorstellung »Niktophobie, oder: Mephistos später Gruß an Faustus« mit dem talentierten Robert Gabriel Elekese und in der Regie von Carmen Elisabeth Puchianu aus dem Theater »Transsilvanien« der Universität von Kronstadt besucht.
Jedes Jahr zu Pfingsten organisiert das Europahaus Neumarkt zusammen mit der »Europäischen Föderalistischen Bewegung/EFB« und dem »Bund Europäischer Jugend/JEF« im Schloss Forchtenstein in Neumarkt/Obersteiermark ein Minderheitenseminar. Dieses Mal gab es ein Jubiläum – es war das 50. internationale Minderheitenseminar. All diese Jahre wird das Seminar sehr aufopferungsvoll von Max Wratschko organisiert. Der erste Tag begann mit der Eröffnung der Ausstellung »Kinder malen ihre Heimat« mit Zeichnungen von Kindern aus Rumänien, Ungarn, Polen und Österreich durch den Bürgermeister von Neumarkt Reinhardt Racz. Am nächsten Vormittag fuhren die Teilnehmer nach Kärnten, nach Gurk, wo wir im Museum der deutschen Minderheiten vom Gurker Bürgermeister Siegfried Kampl begrüßt wurden. Wir besichtigten noch den Zwergenpark und den Kirchenkomplex der hl. Hemma von Gurk. Das Seminar dauerte dann noch zwei Tage. Die Teilnehmer berichteten in Kurzreferaten über die Lage, Aktivitäten und Rechte, aber auch Verletzungen der Minderheitenrechte in Europa. Über die deutsche Minderheit in Slowenien sprach Veronika Haring.
Juni 2009 – schon sofort am Monatsanfang hatten wir unsere Freunde aus Rumänien zu Gast. In der Galerie RRRudolf wurde die Austellung zweier Künstler, des Ehepaares Doina und Gustav Hlinka unter dem Titel »Naive Malerei aus dem Banat« eröffnet. Die Besucher wurden von Marjan Pungartnik und Veronika Haring als Obfrau des Vereins der deutschsprachigen Frauen Brücken begrüßt. Über die beiden Autoren sprach Erwin Josef Tigla, der Obmann des Vereins Deutsche Vortragsreihe Reschitza. Für die Musikumrahmung sorgte der junge rumänische Violinist George Gassenheimer. Eigene Gedichte in deutscher Sprache las Edith Guip-Cobilanschi aus Temeschwar in Rumänien vor. Die Ausstellung wurde vom Ehrenmitglied des Verbandes der Kulturvereine von Marburg Janez Karlin eröffnet.
Mitte des Monats nahmen wir an den »Kulturtagen« in Reschitza teil. Es gab das »14.Treffen von Steirern aus drei Ländern« und das »16. Deutsche Trachtenfest«, wieder organisiert vom Verein »Deutsche Vortragsreihe Reschitza« in Zusammenarbeit mit den »Österreichischen Landsmannschaften Wien« und dem »Demokratischen Forum der Banater Berglanddeutschen«.
Angeregt vom »Alpenländischen Kulturverband Südmark« aus Graz finden seit 1995 regelmäßig jährliche Steirertreffen statt und zwar von Steirern aus drei Ländern; aus der Steiermark in Österreich, aus der Untersteiermark in Slowenien und der Steirer aus dem Banater Bergland in Rumänien. Zweck dieser Treffen ist der Austausch von Erfahrungen und Bräuchen und das gegenseitigen Kennelernen der Teilnehmer. In der Regel gibt es bei jedem Treffen ein reiches Kulturogramm, das immer vom Gastgeber des Treffens organisiert wird.
Das diesjährige »14. Steirertreffen« begann für unsere neunköpfige Steirergruppe aus Slowenien am Donnerstag, dem 11. Juni in der Frühe, als wir an der Tankstelle in Pesnica in den Bus einstiegen, mit dem die Steirer aus Graz gekommen waren.
Deren »Alpenländischer Kulturverband Südmark« organisierte und verwirklichte unter der sorgfältigen Leitung von Prof. Reinhold Reimann unsere gemeinsame Reise zu den Steirern aus dem Banater Bergland (Rumänien) in ihre Hauptstadt Reºiþa (Reschitza) und andere, mit zweisprachigen rumänisch-deutschen Ortstafeln gekennzeichnete Dörfchen und Städtchen, in denen die deutschsprachige Minderheit lebt. Darunter eine beträchtliche Gruppe von Steirern, deren Vorfahren in der Zeit der Industrialisierung der Donaumonarchie im 18. und 19. Jahrhundert dorthin gekommen sind. Es wurden nämlich damals zahlreiche Kohle- und Eisenbergwerke eröffnet und in Reschitza und umliegenden Orten die Eisenindustrie gefördert. Leider ist der Großteil davon unter Ceausescu und noch stärker nach der Wende von 1989 verfallen. Geblieben sind jedoch die Nachkommen der deutschen Siedler aus verschiedenen deutschsprachigen Gebieten und Ortschaften in Europa. Darunter auch die Steirer. An ihre Ansiedlung erinnern noch heute zweisprachige Ortstafeln wie Steierdorf/Anina, Wolfsberg/Gãrâna, Weidenthal/Brebu Nou , Moritzfeld/Mãureni oder Reschitza/Reºiþa.
Unser Weg führte weiter auf der Autobahn über den Grenzübergang Lendava und durch Ungarn, knapp nach der Stadt Szeged kamen wir dann nach Rumänien und konnten bei der Fahrt durch zahlreiche Dörfer die typischen Häuser sehen, die noch heute vom Leben der Deutschen in diesem Gebiet zeugen. Früh am Abend trafen wir schließlich in Reschitza ein. Für drei Nächte war das nach einem nahen Berg, der sehr an unser Bachern-Gebirge erinnert, benannte Hotel Semenik unser Zuhause.
Am nächsten Tag brachen wir nach dem Frühstück zur Besichtigung von kleinen Dörfern auf (sie stehen als Kultuerbe unter Denkmalschutz in sind sehr gepflegt und stark besucht) mit den zweisprachigen Ortstafeln Franzdorf/Vãliug, Weidenthal/Brebu Nou und Wolfsberg/Gãrâna. Als Begleitung bekamen wir wunderschönes Wetter, aber auch eine unversehrte Landschaft, die urige Dorfarchitektur und natürlich unsere freundlichen Gastgeber.
Am Nachmittag ging es dann zum schon traditionellen Steirertreffen nach Steierdorf/Anina, wo wir vom dortigen deutschen Minderheitsverein wärmstens empfangen wurden und ein interessantes Programm mit Volkstänzen und Volksmusik miterleben durften. Alle Auftretenden trugen die steirische Tracht, ebenso viele Besucher. Begrüßt wurden wir vom Bürgermeister des Städchens, der mir zum Abschluss des Treffens eine rumänische Fahne überreichte.
Am Samstag wurden Vertreter jeder der Steirergruppen vom Bürgermeister der Stadt Reschitza (mit cca 90.000 Einwohnern) empfangen. Die Geschichte der Stadt erinnert stark an Marburg. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus und der Planwirtschaft war die Stadt schwer betroffen, die ganze Schwerindustrie, die früher die Einwohner der Stadt ernährt hatte, musste schließen. Wirtschaft und Industrie entwickelten sich sehr langsam, die Arbeitslosigkeit ist noch immer beträchtlich. Der junge, sympathische und ambitionierte Bürgermeister lockt mit den großen und billigen Industrieflächen Investoren aus ganz Europa und erhofft sich die Errichtung von neuen Produktionswerken.
Nach dem Mittagessen im Hotel zogen wir unsere steirischen Trachten an und fuhren zur Messe in die katholische Kirche. So halten es die Rumänen immer, vor jedem Fest wird zuerst eine Messe gelesen, es ist immer eine ökumenische. Bei jeder Messe ist immer wenigstens ein Priester einer anderen Konfession anwesend, meistens sind es mehrere. Diesmal machte bei der katholischen Messe der Pastor der evangelischen Kirche von Reschitza mit. Eine angenehme Überraschung war der Kirchenchor, der eigentlich kein richtiger Kirchenchor war. Es war eine Jugendgruppe, die mit der elektrischen Klaviatur und der Gitarre Kirchenlieder in deutscher und rumänischer Sprache in einem völlig modernem Rhythmus sang. Nach der Messe fand das Trachtenfest statt: als Umzug von Gruppen aus verschiedenen Gegenden des Banater Berglands durch die Hauptstraße von Reschitza bis zum Hauptplatz und anschließend bis zum Denkmal für die Opfer der russischen Deportationen nach Sibirien (mehr als 3000 Deportierte kehrten nach fünf Jahren nicht mehr heim). Dort gedachten wir der Opfer und legten Kränze nieder. (Nach dem zweiten Weltkrieg haben die Rumänen ihre deutschen Nachbarn weder ermordet noch vertrieben, so wie z. B. in Slowenien, deshalb leben sie dort noch immer friedlich und in schöner Eintracht in Andersartigkeit zusammen.)
Danach begann im Theatersaal eine Revue der Tänze der deutschen Minderheit im Banater Bergland. Als erste traten die Kleinsten aus dem Kindergarten von Reschitza auf. Es folgten Schulgruppen, Jugendgruppen, eine Blasmusik und der Frauensängerchor »Franz Stürmer« aus Reschitza.
Es folgte ein festliches Abendessen, das mit Tanz und fröhlichem Beisammensein ausklang.
Sonntag, der 14. Juni 2009: Am Sonntag kehrten wir mit vielen Eindrücken aus dem Banater Bergland, Reschitza und dem malerischen Weg durch Ungarn heim, redlich müde kamen wir in den Abendstunden nach Marburg.
In unserem Verein hatten wir im Juni noch eine Vertriebenengruppe aus dem »Deutsch-Untersteirer-Verein« aus Klagenfurt zu Gast. Wir begleiteten sie bei der Besichtigung von Marburg und stellten unseren Verein vor.
Im Juni wurden unsere Deutschkurse für Erwachene und Kinder, der Computerkurs und der Malereikurs beendet, wir konnten uns auf die verdienten Ferien freuen.
Juli 2009 – alle haben Ferien, jeder genießt die Sonnentage nach eigener Fasson. Ab und zu treffen wir uns in der Stadt, wenn ich gerade zum Vereinslokal gehe, um die Blumen zu gießen. Nach einer kurzen Unterhaltung wünscht man sich dann noch schöne Sommertage.
August 2009 – Auf den Wunsch einer Gruppe von Bekannten aus Mureck und Leibnitz habe ich für sie eine Besichtigung des Drautales und von Muta organisiert, einem Ort, in dem es vor dem zweiten Weltkrieg zahlreiche deutschsprachige Einwohner gegeben hat. Es war ein wunderschöner sonniger Tag und es kamen etwa 30 Besucher. Zunächst besuchten wir die Pfarrkirche und ein freundlicher junger Pfarrer erklärte uns die reiche Geschichte der Kirche. Anschließend zündeten wir Kerzen an am Denkmal für die gefallenen, in die deutsche Wehrmacht zwangsmobilisierten Einheimischen und besichtigten den alten Friedhof. Besichtigt haben wir auch das Volkskundemuseum, in dem zahlreiche Belege für das Leben und die Entwicklung des Ortes aufbewahrt werden, inbesondere für seine Metallindustrie. Den Besuch schlossen eine Besichtigung der Rotunde aus dem 11. Jahrhundert und ein leckeres Mittagessen im Gasthof neben der Rotunde ab.
September 2009 – unsere Miglieder genießen noch ihre Ferien, der Verein beginnt mit seinen Aktivitäten nämlich erst im Oktober. Ich selbst nahm an der 9. Tagung der deutschen Voksgruppen aus ehemaligen kommunistischen Ländern in Novi Sad/Neusatz in Serbien teil. An dieser Tagung nehmen jedes Jahr Vertreter der deutschen Minderheiten aus Polen, Tschechien, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Serbien und Rumänien teil, dieses Jahr auch aus der Ukraine und viele Vertriebenenorganisationen: Sudentendeutsche, Untersteirer, Donauschwaben. Die Tagung wurde vom Verband der volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs organisiert. Die meisten Teilnehmer kamen per Bus aus Wien, einige mit eigenen Wagen. Gastgeber waren diesmal der Deutsche Verein Donau Neusatz und sein Obmann Herr Andreas Bürgermayer.
Tagungsgäste waren Nicole Maier als Vertreterin des österreichischen Außenministeriums, Norbert Kapeller, Abgeordneter zum Nationalrat und Vertriebenensprecher der ÖVP und Otto Klambauer von der österreichischen Tageszeitung Kurier.
Nach der Ankunft wurden wir im Hotel inmitten von Neusatz neben dem Rathaus und der katholischen Domkirche untergebracht. Schon unmittelbar danach mussten wir zur ersten Besichtigung und zwar ins Parlament der Autonomen Provinz Vojvodina. Dort wurden wir vom zweiten Parlamentspräsidenten Herrn Martin Zloh empfangen, der uns das Parlament vorstellte und sich für das Vertrauen bedankte, dass wir gerade Neusatz als Tagungsort gewählt haben. Er erzählte, dass es in Vojvodina etliche Volksgruppen gibt und dass alle im Parlament vertreten sind und zeigte uns auch die im Parlament aufgehängten Wappen jeder im Parlament vertretenen Volksgruppe; besonders hingewiesen hat er auf die Tätigkeit, die Verdienste und die Bedeutung der deutschen Volksgruppe - der Donauschwaben.
Es folgten zwei Tagungstage mit zahlreichen Referaten. Die Tagung selber beschäftigte sich mit den Euroregionen und suchte unter dem Titel »Euroregionalismus und Europäische Union: Chancen für die Volksgruppen und Minderheiten in Europa?« nach Antworten für den folgenden Fragenkomplex: In welche Euroregionen gehören die ehemaligen Siedlungsgebiete der Vertriebenen? Und welche Möglichkeiten bieten die Euroregionen den deutschen Volksgruppen in Südost- und Mittelosteuropa. In den Referaten wurde immer wieder auf die Möglichkeit der Projektfinanzierung durch die EU hingewiesen, auf die Voraussetzungen für eine solche Finanzierung und ihre transnationalen Ziele. Es fand ein sehr fruchtbarer Gedanken- und Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern statt. So konnten z. B. die Banater Berglanddeutschen (Rumänien), die bereits an EU-Projekten beteiligt sind, von ihren Erfahrungen berichten. Sie wiesen darauf hin, dass ein solches Projekt sehr zeitaufwändig ist.
Gegen Ende des zweiten Tages wurde eine gemeinsame Erklärung beschlossen (Neusatzer Erklärung) und den Organisatoren aus der VLÖ übergeben mit der Bitte, sie dem österreichischen Außenminister Dr. Michael Spindelegger zu überreichen. .
Abschließend konnten wir am letzten Tag bei der Führung durch das Zentrum von Neusatz wertvolle Eindrücke aus der Geschichte dieser Stadt gewinnen. Wir besichtigten auch die Kirche Maria Schnee und die Festung von Petrowaradein. Dort entstand unter dem Zepter der Habsburger in den Jahren zwischen 1692 und 1780 die größte europäische Festung.
Oktober 2009 – Unsere größte Veranstaltung dieses Jahres fand unter dem Titel :»Sreèanje kultur – Treffen der Kulturen« - gemeinsames Gedenken an Erzherzog Johann und Bischof Slomšek statt.
Initiatoren des Treffens waren der Kärtner Heimatdienst und der Verband der slowenischen Organisationen, die Rolle der Gastgeber übernahmen der Kulturverein deutschsprachiger Frauen »Brücken« und der Kulturverein Pekre/Limbuš unter Mitarbeit des Verbades der Kulturorganisationen von Marburg und der Marburger Einheit des Öffentlichen Fonds für Kulturtätigkeiten. Es handelt sich um eine Fortsetzung der gutnachbarlichen Kulturtreffen, die im Jahre 2006 in Ljubno begannen.
Die Veranstaltung war dem 150. Todestag des »Volksprinzen« Erzherzog Johann und dem 150. Jahrestag der Übertragung des Sitzes des Bistums von Lavant nach Marburg gewidmet. Die Wahl von Limbuš und Pekre als Schauplatz knüpft an die enge Verbindung von Bischof Slomšek mit dem damaligen Pfarrer von Limbuš Anton Lah, dem Begründer des ersten Lesevereins an und mit der engen Bindung des Erzherzogs an sein Weingut Meranovo und die Weinbauschule vom Pekre.
Es war unser Wunsch, dass die Veranstaltung auch als Unterstützung für das wichtige Projekt der Kärntner Konsensgruppe verstanden wird. Von dieser Konsensgruppe gehen Aktivitäten unter dem Titel »Kärnten neu denken« aus, für die die Träger angesehene Preise erhalten haben – der EU, der Stadt Villach und des österreichischen Verfassungsforums. Auch wir Teilnehmer aus Marburg erhoffen uns davon eine neue Zeit einer freundlichen und kreativen Koexistenz zwischen der deutschen und der slowenischen Kultur.
Den ersten Teil des Treffens stellte um 10 Uhr die Sonntagsmesse in der Pfarrkirche St. Jakob von Limbuš dar, gemeinsam gelesen vom Pfarrer Andrej Firbas von Limbuš, dem Vertreter des Bischofs von Klagenfurt Prälat Matthias Hribernik, dem Prior Dr.Edmund Rudolf Wagenhofer und dem Dompfarrer und Kapitular Stanko Lipovšek, unter Mitwirkung des „Lindwurmquintetts« aus Klagenfurt und des Kirchenchors von Limbuš. Nach der Messe wurden Blumen an der Büste von Bischof Slomšek niedergelegt.
Der zweite Teil des Treffens fand um 12. Uhr in Meranovo statt, zunächst als Gedenken an Erzherzog Johann, mit einer Kranzniederlegung an seinem Denkmal und dem Auftritt des Blaskapelle (60 Musiker) St. Marein aus Neumarkt. Es folgte ein nettes Beisammensein bei einem Imbiss und der Verköstigung des berühmten Meraner Souvignons.
Die Zentralveranstaltung fand im Kulturzentrum von Pekre um 16. Uhr statt mit dem Auftritt des gemischten Chores von Limbuš ARS Musicae, der Tamburitzagruppe aus St. Johann, der Kindertanzgruppe von Tonèek Plut aus Semiè, des Lindwurmquintetts aus Klagenfurt und der Familienmusik Primas aus Graz..
Den Zentralpunkt der Veranstaltung bildeten Kurzinterviews mit den vier prominentesten Mitgliedern der Konsensgruppe „Kärnten neu denken“: Dr. Josef Feldner, Dr. Marjan Šturm, dem Hauptredakteur a. D. Heinz Stritzl (Leiter der Platform für Kärnten) und Bernard Sadovnik (dem Präsidenten der Gemeinschaft der Kärntner Slowenen und Sloweninnen).
Die Veranstaltung wurde von Irena Polak-Fištravec moderiert.
Zum Monatsabschluss erhielten wir eine Einladung des Goetheinstituts aus Laibach unter der Leitung von Herrn Hendrik E. Kloninger, nach Laibach zu kommen. Dort wurde zuerst das Institut vorgestellt, seine Funktion und die Mitarbeiter, danach besichtigten alle neun Mitglieder unserer Gruppe die Deutsche Bibliohek in Laibach. Der Besuch endete mit einem Mitagessen mit angenehmer Unterhaltung.
November 2009 – Auf Einladung des Volksgruppenbüros nahm ich am 20. Europäischen Volksgruppenkongress in Klagenfurt teil. Zusammen mit August Gril und Doris Debenjak aus dem Gottscheer Altsiedler Verein hörten wir uns zwei Tage lang sehr interessante Referate über die Minderheiten aus verschiedenen EU-Ländern an und kamen mit verschiedenen alten und neuen Bekannten zusammen, die in sehr großer Zahl der Einladung der Käntner Landesregirung nachgekommen waren.
In unseren Vereinsräumen haben wir die zweite Gruppenausstellung unserer Vereinsmitglieder und Teilnehmer des Malereikurses unter dem Titel »Herbstblumen« eröffnet. Es wurden Aquarelle ausgestellt, eine Technik, die wir im letzten Jahr erlernt haben.
Mit großem Eifer wurden die Vorbereitungen auf unser Dezemberkonzert in Angriff genommen. Dieses wird auch in diesem Jahr im Rittersaal der Marburger Burg stattfinden und dem 150. Todestag von Erzherzog Johann gewidmet sein. Wir arbeiten an den Einladungen, der kleinen Broschüre und natürlich dem Szenarium.
Und so sind wir beim Ende der Beschreibung unserer Aktivitaten im zurückliegendem Jahr angekommen. Es ist nicht alles gelungen, was wir geplant haben, aber wir können mit dem Erreichten trotzdem zufrieden sein. Im nächsten Jahr kommen neue Aufgaben und Herausforderungen auf uns zu. Für uns ist es dabei am wichtigsten, dass alle diese Aktivitäten uns allen große Freude und Zufriedenheit bringen.
Veronika Haring
Deutschkurs für die Jüngsten
Der Zweck eines frühen Fremdsprachenerwerbs ist es die Kinder auf eine ungezwungene Weise, durch Spiel, mit den Schönheiten der jeweiligen Fremdsprache bekannt zu machen. Dadurch werden dem Kind der Wortschatz und die Melodie der erlernten Sprache näher gebracht. Gleichzeitig bekommt der Kursteilnehmer auch eine positive Einstellung zum Fremdsprachenerwerb und verliert dadurch auch die Angst vor ihrem zukünftigen Gebrauch.
Der Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ begann am 21. Oktober 2008. An dem Deutschkurs nahmen neun Kursteilnehmer im Alter von fünf bis neun Jahren teil. Wir trafen uns einmal die Woche, in einem schön eingerichteten Spielraum, der uns für jeweils zwei Unterrichtsstunden zur Verfügung stand. Der Inhalt des Kurses wurde in folgende thematische Einheiten eingeteilt: Familie und Heim, Zahlen, Farben, Wetter, Tierwelt, Natur, Ernährung, Körper, Kleidung und Spiel.
Unser Unterricht war dynamisch und bunt und wir hatten sehr viel Spaß.
So spielten wir mit dem Würfel und zählten unsere Finger, als wir die deutschen Zahlen erlernten und lachten uns zu Boden bei der Nachahmung der Haus- und Wildtiere. Wir erfreuten uns an den vielen Farben beim bemalen unserer Bilder und Plakate und wünschten alles Gute unseren Müttern beim erstellen einer Glückwunschkarte zum Muttertag. Wir bastelten Schneeflocken aus Papier als der erste Schnee fiel und bekleideten die Puppe mit warmen Kleidern als es kälter wurde. Wir suchten nach unseren Händen, Füßen und Zähnen und fanden auch andere interessante Gegenstände in unserem Spielraum. Wir fuhren mit dem Auto, flogen in einem Flugzeug und sogar mit einer Rakete, gingen einkaufen und stritten über gesunde und ungesunde Nahrung. Das wir auch um unsere Umwelt besorgt sind, haben wir allen durch ein Plakat gezeigt. Am liebsten hatten wir aber Wettbewerbe, Quiz-Fragen und unser Brettspiel, das wir ganz selbstständig gebastelt haben. Und wenn es Gelegenheit gab, dann haben wir immer „Tag und Nacht“ oder „taubes Telefon“ gespielt.
Und wir haben dabei niemals vergessen alles richtig in der deutschen Sprache zu benennen.
Im Randprogramm zur Präsentation des Sammelbandes am 22. April 2009 haben wir das Erlernte zur Schau gestellt und wurden von unseren Eltern und anderen Besuchern durch einen kräftigen Beifall herzlich belohnt. Wir beendeten den Deutschkurs am 26. Mai 2009 mit einer Zeugnisverleihung und gingen in die hochverdienten Sommerferien.
Ich möchte mich an dieser Stelle bei Frau Veronika Haring herzlich für ihr Vertrauen und den reibungslosen Ablauf des Deutschkurses für die Jüngsten bedanken.
Robert Herièko
Zwei selbstständige Ausstellungen unserer Mitglieder
Nach kaum zwei Jahren unserer gemeinsamen Malereiarbeit konnten wir nach unseren erfolgreichen Gruppenausstellungen auch schon zwei selbstständige Ausstellungen unserer Mitglieder in Marburg im Sonnenheim ausrichten. Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit Frau Darja BENKO bekamen wir die Möglichkeit, in diesem anmutigen Ambiente auszustellen.
Marjana HABJANIÈ JERÈIÈ brach das Eis und stellte ihre Bilder im Mai 2009 aus.Wie sie schon selbst über sich geschrieben hat, ist sie eine außerordentlich aktive Rentnerin, die immer etwas lernt und ständig etwas für ihre Seele macht. Mit ihrer ersten selbständigen Ausstellung hat sie bewiesen, dass es wirklich so ist.
Marjana nahm das Zeichnen erst im Oktober 2007 in Angriff, als wir im Kulturverein der deutschsprachigen Frauen den ersten Kurs organisierten. Wie die meisten anderen hatte sie den Pinsel seit der Grundschule nicht mehr in der Hand gehalten. Deshalb waren ihre ersten Schritte in der Malerei umso mühsamer. Aber sie eignete sich die notwendigen Kenntnisse mit großen Schritten an und übte auch zu Hause sehr eifrig. Ihre Bemühungen zahlten sich aus – insbesondere in der Aquarelltechnik, die als eine der anspruchsvollsten und schwierigsten gilt. Sie fordert nämlich viel Geschicklichkeit und Kenntnisse. Sehr gerne malt sie Blumen. Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung erfreute sie mit kleinen Zeichnungen alle Auftretenden und einige Insassen des Sonnenheims.
Bald nach ihr folgte schon Anfang Juli 2009 noch die Ausstellung von Veronika HARING, Obfrau des Vereins Brücken. So wie Marjana hatte auch sie erst in unserem Kurs wieder angefangen, zeichnen zu lernen. Und gerade Veronika war es, die darauf bestand, dass wir mit einem Zeichenkurs beginnen sollen. Sie hat mich sehr überrascht, als sie sich auch selber anmeldete, den sie hatte es früher nie erwähnt, dass sie gerne zeichnet. Noch größer war meine Überraschung, als ich ihre ersten Versuche der Bleistiftzeichnung sah und feststellte, dass ihr das Zeichnen »liegt«. Es kam ihre angeborene Begabung zum Vorschein, die sie früher nie erwähnt hatte. Ein wenig anders war es jedoch beim zweiten, dem erlernten Teil. Schon am Anfang des Kurses hat Veronika, wie es sich für eine geborene Steinbockfrau geziemt, ganz einen eigenen Stil an den Tag gelegt. Da dieser nicht schlecht und auch die Wahl der Farbpalette bunt war, lies ich ihr ihre Malereiwelt. Schließlich befinden wir uns im dritten Lebensalter, in dem man alles aus Freude und für die eigene Seele machen sollte. Die meisten ihrer Bilder entstanden in der Guache-Technik mit Landschafts- und Blumenmotiven.
Jede der beiden stellte etwa 30 Bilder vor und sorgte für ein kurzes Kulturprogramm mit einer kleinen Bewirtung. An den Eröffnungen nahmen sehr viele Besucher teil, was ein reiche Belohnung für ihre Mühe war. Ich hoffe, dass wir damit aber auch mit gemeinsamen Kräften den Alltag der Heiminsassen etwas belebt haben.
Mit diesen Ausstellungen wollen wir weitermachen. Das wird eine Belohnung sein für unsere gemeinsamen Bemühungen und ein Ansporn für die Zukunft.
Cvetka Vidmar
Gedenkkonzert, 8. Dezember 2009
Erzerzog Johann und wir - 150 Jahre nach seinem Tod
Als dreizehntens Kind in der Familie wurde er nach dem Schutzheiligen seines Geburtsortes Florenz genannt – Johannes dem Täufer. Seine erste Sprache war Italienisch und später in seinem Leben gab er sich große Mühe, die Sprache seiner Umgebung zu verstehen. Sein Lehrer Johannes von Müller, ein Schweizer Historiker, erzog ihn zu einem Menschen mit weitem Horizont und einer unstillbaren Neugierde. Ganz gebannt in die Zukunft blickend, zerbrach er sich überhaupt nicht den Kopf wegen dem Verlust seines Platzes in der Thronfolge und der Adelsprivilegien durch seine Heirat mit der Postmeistertochter Anna Plochl.
Wegen der Übermacht Napoleons konnte ihm der Militärberuf nichts anderes als Niederlagen bringen. Weil er aber dem Tiroler Volksaufstand von Andreas Hofer sehr nahe stand und später sogar den Geheimen Alpenbund gründete, wurde er vom kaiserlichen Hof als Privatmann ohne jegliche Ermächtigungen in die Steiermark »verbannt«. Damals fragte er sich in seinem Tagebuch, ob diese ewigen Kriege doch ein Ende nehmen würden. Wie schön würde die Welt sein, wenn die Menschen lieber gute Taten vollbringen würden.
Seine guten Taten in der Steiermark nahm er ganz systematisch in Angriff: mit zwei breiten Umfragen im Jahre 1813 (Knafl) und 1836 (Göth) machte er eine Landesaufnahme um einen Ausgangspunkt für das Wirken für das Wohlergehen aller Leute zu finden. Es fand entsetzliche Verhältnisse vor, denn nach den Türkeneinfällen und den Napoleonischen Kriegen herrschte eine katastrophale Hungersnot, die er zunächst mit der Gründung der Kartoffelunterstützungsanstalt und der agrarischen Fortbildung bekämpfte. Es folgten Jahrzehnte der Industrialisierung. Auf diese Zeit gehen auch die Universität Erzherzog Johann in Graz und die Montanistikuniversität von Leoben zurück. Entscheidend war der Bau der Südbahn, die ohne ihn nicht durch Marburg gekommen wäre. Ein besonderes Andenken hat er uns mit der Steinbrücke über den Fluss Savinja in Zidani Most (Steinbrück) und mit dem Durchbruch Huda luknja zwischen Velenje und Slovenj Gradec hinterlassen. Die Marburger erinnerten an ihn die inzwischen stillgelegten Eisenbahnwerkstätten, die Weinberge von Meranovo und die zu seiner Zeit in Pekre ansässige Landwirtschaftsschule. Als erster begriff er die große strategische Bedeutung des Alpen-Adria-Raumes und wies laut daraf hinn, dass wer einen weiteren Ausblick hat, auch Vorteile hat.
Seine Verwurzelung in den breiten Bevölkerungsschichten bewirkte im Jahre 1848 im Frankfurter Reichstag seine Wahl zum Reichsverweser für einen großen Teil von Europa. Als sich dann herausstellte, dass Europa nicht reif war für die Demokratie, kehrte er in sein Stainz zurück, wo er zum ersten gewählten Bürgermeister gewählt wurde. Anstelle des »blauen Blutes« fiel das Vertrauen der Wähler zu seinen Gunsten in die Waage. Prešerens Schüler Anastasius Grün hat auf sein Denkmal in Graz mit Recht schreiben lassen: »Unvergessen lebt im Volke, der des Volkes nie vergass.«
Für alle Zeiten wichtig ist die Erkenntnis von Erzherzog Johann, dass Wirtschaft und Kultur zusammengehören. Bei den erwähnten Umfragen achtete er ganz besonders darauf, dass kein Kulturelement übersehen wurde. Eine Besondere Hilfe war ihm dabei der Marburger Eduard von Lannoy, der auch bei der Gründung des Musikvereins und des Musikkonservatoriums in Graz seine rechte Hand gewesen ist. Der Erzherzog stand bei der Gründung fast aller Kultureinrichtungen und Kulturdachorganisationen des Landes Pate, an denen sich auch das Kulturleben von Marburg orientierte: von den Lesevereinen bis hin zum Geschichtsverein. .
Und zum Abschluss noch ein Gedanke aus dem Tagebuch von Erzherzog Johann, den er beim Ausblick von Meranovo auf Pekre niederschrieb: » … ein schöner Tag, die untergehende Sonne. Ruhe. Gott beschütze diese göttliche Land, habe ich mir gedacht, in Deinen Händen liegen der Friede und das Glück dieser lieblichen Landschaft. Durch Schönheit hast Du sie gezeichnet und hier gute Menschen angesiedelt.«
Verdient er nun, dass wir ihn anlässlich seines 150. Todestages ehren? Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, was uns daran hindern könnte.
Die Auftretenden
Nataša Trobentar – Sopran - studierte in Graz an der Universität für Musik und darstellende Kunst in der Klasse der polnischen Sopranistin und österreichischen Kammersängerin Prof.Mag. Joanna Borowska. Nach der Diplom begann sie in Marburg Sologesang und Vokaltechnik am Diözesangymasium zu unterrichten, sie ist auch bei Carmina Slovenica und Aeda tätig.Gelegentlich singt sie auch in der Marburger Oper. Ihre zahlreiche Konzertauftritte bei Feiern und Wohlttätigkeitsveranstaltungen umfassen sowohl Kompositionen aus dem klassischen Repertoire als auch populäre Lieder. Letztere haben sie und Prof.Donauer auch auf einer CD herausgegeben.
Karlheinz Donaer – Klavier – wurde in Graz geboren und hat eine sehr breite Bildung, die Klavier, Gesang, Chorleitung, Musikpädagogik und Romanistik umfasst. In Wien hat er Chorleitung unterrichtet, derzeit unterrichtet er an der einst von Eduard von Lasnnoy gegründeten Grazer Universität für Musik und darstellende Kunst Oratoriengesang. Selber tritt er als Sänger und Pianist auf und hat zahlreiche Aufnahmen für den Hörfunk und für CDs gemacht. Mitwirkung im »Musikalisch-Literarischen Salon« von Gerda Klimek.
Rudolf Brunnhuber – Countertenor – wurde 1976 in Schwarzach, Salzburg geboren. Seinen ersten Gesangunterricht erhielt er bei K.E. Hoffmann. Gesangsstudium an der Kunstuniversität u.a. bei H. Müller-Molinari, W. Gamerith, M. Klietmann und K. H. Donauer. Im April 2007 schloss Rudolf Brunnhuber das Studium mit Auszeichnung ab. Als Solist und Ensemlesänger bei Konzerten und Opernproduktionen ist Rudolf Brunnhuber im In- und Ausland bei Festivals wie der Styriarte, Wien Modern, den Internationalen Barocktagen Melk, der Haydn Biennale Flandern, den Musikwochen Millstatt, den Klangspuren und weiteren zu hören. Er wirkte bei mehreren Rundfunkproduktionen mit. Seine Leidenschaft gilt neben der Renaissance- und Barockmusik vor allem dem Chanson. CDs und Rundfunkaufnahmen dokumentieren seine Beschäftigung mit diesem Genre.
Anja Kožuh wurde am 16. 2. 1990 in Marburg geboren. An der unteren Musikschule in Velenje in der Klasse von Dalibor Bernatoviè begann sie Harfe zu spielen. Schon sehr frühr bezeugte sie bei zahlreichen Soloauftritten und mit einem selbstständigen Rezital im Rahmen der Festspiele in Ljubljana – junge Virtuosen Talent und Begabung. Im Jahre 2004 immatrikulierte sie an der Musik- und Balettmittelschule in Marburg das Programm Kunstgymnasium in der Klasse von Prof. Dalibor Bernatoviè, wo sie im Jahre 2008 das Abitur erfolgreich bestand. Derzeit studiert sie im 2. Jahr Harfe an der Musikakademie in Zagreb, in der Klasse von Dozentin Diana Grubišiæ Æikoviæ.
Während des Schulbesuchs nahm sie bei vielen namhaften Professoren und Musikern an Sommerkursen und Seminaren teil. So hat sie sich unter anderem forgebildet bei Prof. Sirin Pancaroglu (Türkei), Prof. Doris Clioni (Grißbritannien), Prof. Patricia Tassini (Italien), Prof. Ruda Ravnik Kosi und vielen anderen.
Als Solistin ist sie aufgetreten mit dem Streicherorchester der Musik- Und Balettmittelschule von Marburg, nahm teil am Festival Musikalischer September, an den Thematischen Programmen des Zyklus für die Jugend, aufgetretern ist sie mit einem Solorezital in den Festspielen von Ljubljana im Rittersaal, in Nova gorica, in Koper, Celje, Velenje. In Rijeka stellte sie sich mit einem selbstständigen Abendkonzert vor. Als Kammermusikerin nimmt sie an verschiedenen Kammerensembles teil und tritt auch im Duett mit der österreichischen Harfenistin Sandra Macher auf.
Programm
Nataša TROBENTAR, Sopran
Rudolf BRUNNHUBER, Countertenor
Karlheinz DONAUER, Klavier
Anselm HÜTTENBRENNER (1794 – 1868)
Pilgers Abendlied (August Gathy)
Die Sterne (Carl Gottfried Ritter von Leitner)
Abendruhe (Ferdinand Freiherr von Rast)
Louise (Heinrich Heine)
Schlummerlied (Theodor Körner)
Das Echo (Vincenz Zusner)
Die beiden Zecher (Ferdinand Freiherr von Rast)
Edoardo Barone di LANNOY (1787 – 1853)
Tre duetti dedicati all’egregia Cantante Signora CAROLINA UNGHER
Non t’accostar all’urna (Jacopo Vitorelli)
Guarda, che bianca luna (Jacopo Vitorelli)
Immersa nell’aureo vapor (nach Friedrich Rückert)
Anja KOŽUH, Harfe
C. Saint-Säens: Fantasie pour Harpe
A. Zabel: 2. Große Etude
H. Tournier: Au Matin
Meranovo, 25. Oktober 2009
Verehrte Damen und Herren!
Dem Verein der deutschsprachigen Frauen »Brücken« und mir persönlich ist es eine besondere Ehre, diese Ansprache im Namen aller Organisatoren der heutigen Veranstaltung halten zu dürfen. Natürlich möchte ich zuerst alle Anwesenden recht herzlich begrüßen, sowohl die Einwohner von Limbuš und Pekre als auch die Gäste aus anderen Orten von Slowenien und insbesondere unsere Gäste aus Österreich.
Unter uns weilen viele wichtige Persönlichkeiten, die mit ihrer Anwesenheit den Ausnahmecharakter des heutigen Ereignisses unterstreichen. Gestatten Sie mir deshalb, wenigstens einige besonders zu begrüßen:
Unser freundlicher Gastgeber ist der Vorsitzende der Stadtviertelgemeinschaft Pekre-Limbuš, zugleich auch Obmann des hiesigen Kulturvereins Herr Jože Èernelè
Aus Österreich weilen heute unter uns auch
dr. Marjan Šturm, Präsident des Verbandes der slowenischen Organisationen
Herr Bernard Sadovnik, Präsident der Gemeinschaft der Kärntner Slowenen und Sloweninnen,
Herr Heinz Stritzl, ehemaliger Hauptredakteur der Kleinen Zeitung, heute Leiter der Plattform für Kärnten,
Doktor Josef Feldner, Präsident des Kärntner Heimatdienstes
Herr Andreas Mölzer, Mitglied des Eropäischen Parlaments
Aus Bad Radkersburg ist hier unter uns Bezirkshauptmann Hofrat Dr. Alexander Majcan
Aus Graz ist unter uns Prof. Dr. Reinhold Reimann mit Gattin, Präsident des Alpenländischen Kulturverbandes Südmark
Mit uns sind auch angesehene Vertreter der Bistümer aus Klagenfurt und Maribor :Herr Prälat Mag. Matthias Hribernik, Herr Prior Dr. Edmund R.Wagenhofer, Herr Kanonik Dr. Stanko Lipovšek in Herr Andrej Firbas
Und hier mit uns sind auch Vertreter vieler Kulturvereine und Verbände, ich möchte hier namentlich nur Frau Prof.Doris Debenjak und Dipl.Ing. August Gril aus dem Gottscheer Altsiedlerverein nennen und den Herrn Mag.Franci Pivec, Vorsitzende des Bundes der Kulturvereine Marburg, desen Beitrag eine sehr bedeutende Rolle bei der Organisation der Veranstaltung trägt
Wegen anderer dringenden Verpflichtungen haben sich entschuldigt und eine erfolgreiche Veranstaltung gewünscht:
Herr Boštjan Žekš, Minister für die Slowenen in der Welt
Frau Walburga Beutl, Präsidentin der Steiermärkischen Landtages
Herr Franc Kangler, Bürgermeister der Stadt Marburg a.D.
Herr Günther Salzmann, Gesandter der Botschaft der Republik Österreich In Laibach
Meine Damen und Herren!
Schon aus den Begrüßungen ist zu ersehen, dass wir Zeugen eines ungewöhnlichen Treffens sind, es ist nämlich noch nicht vorgekommen, dass sich zugleich auf derselben Bühne die slowenische und deutsche Kultur aus Österreich und die slowenische und deutsche Kultur aus Slowenien treffen würden. Unter dem gemeinsamen Titel »Treffen der Kulturen« vereint uns das Gedenken an zwei Menschen mit einem breiten europäischen Horizont – an Bischof Anton Martin Slomšek und an Erzherzog Johann. Beide bieten unauslöschliche Beweise dafür, dass die Sorge um das eigene Volk nicht durch Hass gegenüber einem anderen Volk dokumentiert wird, sondern mit dem Bau von Brücken und durch gegenseitiges Verständnis zwischen den Völkern.
Nachdem Bischof Slomšek nach der Entscheidung des Salzburger Bischofs vor 150 Jahren den Sitz des Bistums von Lavant nach Marburg verlegt hatte, schrieb er in seinem ersten Hirtenbrief von der neuen Adresse auch diesen Satz: »So wie man den Weinberg zuerst gerecht und richtig abgrenzen und das üppige Wachstum umpflanzen muss, damit kein Schaden entsteht, nämlich dass der junge Aufwuchs leichter wachsen und mehr Frucht bringen kann, so müssen sich auch die Bischöfe gerecht und richtig abgrenzen, ihre Zentren verlegen, umsetzen, um dem religiösen Leben besseres Wachstum zu ermöglichen, damit der Weinberg Gottes noch bessere Früchte tragen kann.« Das Wohl der Menschen ist also das erste und wichtigste Anliegen. Leider wurde es in der Vergangenheit und wird auch in der Gegenwart zu wenig berücksichtigt, deshalb bringen verscheidene »Grenzziehungen« vielen Menschen Unglück und Leid.
Erzherzog Johann galt hier in dieser Gegend als »Volkserzherzog«, weil seine große Sorge für ein besseres Leben von einfachen Leuten allen zugute gekommen ist. Sein Verdienst sind die »Südbahn«, die Entwicklung von Industrie und Bergbau, das Berufsschulwesen und die moderne Landwirtschaft. Der in jener Zeit modernste Weinbau in diesem Teil Europas hatte seine Basis in der Landes-Obstbau- und Weinbauschule in Pekre und auf dem Mustergut Meran-Meranovo.
Slowenien und Österreich sind heute gleichberechtigte Mitgliedstaaten der Europäischen Union, was für diese Ecke des Kontinents, in der jahrtausendelang verschiedene Kulturen verflochten waren, von ganz besonderer Bedeutung ist. Das müssen wir alle zur Kenntnis nehmen und beherzigen. Die Wiederbelebung des alten Hasses, Misstrauens und der Urängste bedeutet nichts anderes als ein mangelndes Vertrauen zum vereinten Europa und die Unfähigkeit, ein Europäer zu sein. Dessen müssen wir uns sowohl in Klagenfurt als auch in Marburg bewusst sein! Sonst sind wir keine werten Nachfolger der Ideale von Bischof Slomšek und Erzherzog Johann, und mögen unsere Worte noch so hochtrabend klingen. Das hatte zweifellos die Kärntner Konsensgruppe im Sinne, deren Schöpfer heute hier mit uns weilen, als sie voriges Jahr in Ludmannsdorf das »Fest der gemeinsamen Heimat Kärnten« organisiert hat mit der Feststellung: »Die Erinnerung an die am 10. Oktober 1920 für Österreich erfolgreiche Kärntner Voksabstimmung soll ohne Abrechnung mit ehemaligen Gegenern auf Versöhnung und Gemeinsamkeit sowie auf Akzeptanz beider Sprachen ausgerichtet sein und könnte so auch für Konfliktregionen in anderen Teiles Europas Beispiel gebend wirken«.
Denselben Ausgangspunkt muss in seinen Plan der »Europäischen Kulturhauptstadt« auch Marburg einbauen, das seine ganze Geschichte hindurch »Hafen« und »Brückenkopf« gewesen ist, wo zahlreiche Kulturen aufeinandertrafen und sich austauschten: die slowenische, deutsche, venezianische, jüdische, ungarische, kroatische usw. … Kulturhauptstadt zu sein heißt der Andersartigkeit offen und tolerant gegenüber zu treten und von diesem Standpunkt wird uns morgen ganz Europa einschätzen – es winken nicht nur schöne Privilegien, sondern auch große Verantwortungen.
Wir Organisatoren der heutigen Veranstaltung wünschen uns, dass alle sie als Unterstützung für Bemühungen um eine Koexistenz der Kulturen und insbesondere zwischen der slowenischen und deutschen Kultur verstehen möchten. Es soll eine Ankündigung jener Zeiten sein, wenn sich in Österreich und in Slowenien niemand mehr schämen oder verstecken wird müssen wegen seiner nationalen oder kulturellen Wurzeln. Vieles haben wir schon erreicht, aber es ist noch viel Arbeit zu tun und der heutige »Sonntag von Pekre« im Zeichen von Bischof Slomšek und Erzherzog Johann sollte ein symbolischer Grenzstein des gegenseitigen Vertrauens und des gemeinsamen Willens sein, dass wir die Vorurteile ausräumen wollen, die uns daran hindern, Prešeren zu glauben, wenn er sagte »nicht Feind, nur Nachbar soll unser Anrainer sein«.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.
Veronika Haring
Liebe Nachbarn und Freunde!
Wir haben uns an einem Ort versammelt, den ein großer Kenner von Natur und Schönheit entdeckt hat. Erzherzog Johann hat diesen Besitz am 10. März 1822 gekauft und in einigen Jahren zu einem Musterweingut umgestaltet. Aus der Gedenktafel über der Tür kann man schließen, dass im Jahre 1830 schon alles so weit instand gesetzt war, dass der Kaiser persönlich mit seiner Gemahlin Karoline Augusta zu Besuch kommen konnte. Der Erzherzog liebte diese wundervolle Aussicht, wovon auch der inoffizielle Name des Ortes – Meran – Meranovo zeigt, in Erinnerung an das Südtiroler Meran, wohin er keinen Zugang mehr hatte.
In Erzherzog Johann sahen auch wir Slowenen einen »Volksprinzen«.Weniger wichtig war für uns seine populäre steirische Tracht, die vom Hof in Wien als Zeichen der steirischen Aufmüpfigkeit aufgefasst und deshalb vorübergehend sogar verboten wurde. Wichtig für uns war in erster Linie die »Erzherzog Johann-Bahn« oder Südbahn, die er persönlich im Jahre 1839 konzipiert und durch Marburg geleitet hat. Die früher eher verschlafene Kleinstadt mauserte sich durch die 1846 bis Marburg fertiggestellte Bahn zum Industriestandort. Der Erzherzog förderte Bergbau und Metallurgie und viele slowenische Orte erschienen plötzlich auf der Landkarte. Das Joanneum brachte uns die technische Kultur näher. Erzherzog Johann war auch der Initiator der Gründung des weltweit ersten Slovenistik-Lehrstuhls an der Universität Graz im Jahre 1811, auf den Janez Nepomuk Primic berufen wurde. Die slowenische Sprache förderte er auch an der Medizinischen Fakultät beim Hebammenstudium und an der juristischen Fakultät.
Aus Dankbarkeit hat ihm die Bevölkerung in Slowenien etliche Denkmäler errichtet:
Wir Slowenen geraten am häufigsten in Kontakt mit Erzherzog Johann, wenn wir uns mit einem edlen Wein zuprosten. Marburg war zwar schon seit römischen Zeiten für seine Weine bekannt – ich möchte nur daran erinnern, dass in unserer Stadt der älteste Weinstock der Welt steht – ein Blauer Kölner. Aber Erzherzog Johann hat edle Sorten vom Rhein und der Mosel in unsere Gegend gebracht. Und diese gedeihen hier außerordentlich gut. Für seine Weine vom Weingut Meranovo hat der Erzherzog schon vor 170 Jahren bei der Bewertung der Weine aus der ganzen Welt in Paris die Goldmedaille erhalten.
Aber das Wichtigste dabei ist die Tatsache, dass der Erzherzog seine Weinbau- und Kellerei-Kenntnisse nicht für sich behalten sondern in Pekre im Jahre 1832 die Steiermärkische Landes-Obst und Weinbauschule gegründet hat. Als die erste im heutigen Slowenien hat sie die Entwicklung der slowenischen Landwirtschaft entscheidend geprägt. Heute gehört das Weingut Meranovo wieder zur Fakultät für Agronomie und Biotechnik und spielt eine ähnliche Rolle wie zur Zeit von Erzherzog Johann.
Liebe Freunde!
Erzherzog Johann gehörte zwar dem Haus Habsburg an, das in Slowenien 800 Jahre lang geherrscht hat und bekannterweise können Herrscher nie sehr beliebt sein. Aber in seinem Fall geht es um einen besonderen Menschen, der die Nähe von einfachen Leuten liebte und auch ihre Volkszugehörigkeit achtete. Er hat fast zu selben Zeit gelebt wie der französische Sozialist Saint Simon und ihre Ansichten über die Beziehungen in Europa waren sehr ähnlich – beide wünschten sich ein fortschrittliches und zusammengeschlossenes Europa, ohne Hass und Heuchelei. Und das wünschen auch wir uns, deshalb verneigen wir uns vor dem Gedenken an Erzeherzog Johann.
Erklärung der Organisatoren der Veranstaltung "Sreèanje kultur – Treffen der Kulturen" in Pekre, 25/10 2009.
In Pekre/Pickern und Limbuš/Lembach bei Maribor/Marburg liegen gute Gründe für ein festliches Begehen des 150. Jahrestages der Übertragung des Bistums von Lavant nach Marburg durch Bischof Slomšek und des 150. Todestages von Erzherzog Johann vor. Slomšek half bei der Gründung des ersten slowenischen Lesevereins in Limbuš als Pate, Erzherzog Johann hat in Pekre die erste Obstbau- und Weinbauschule gegründet. Die Art des Wirkens der beiden gefeierten Persönlichkeiten hat den Anstoss dafür gegeben, dass unsere Feier als Treffen der slowenischen und der deutschen Kultur konzipiert wurde, deshalb treten als Organisatoren ein slowenischer und eine deutscher Verein auf, beide Mitglieder des Verbandes der Kulturvereine in Marburg.
Aufgrund der öffentlichen Präsentation des Buches "Kärnten neu denken" im Frühjahr dieses Jahres in Marburg haben wir mit der Kärntner Konsensgruppe Kontakt aufgenommen, die unseres Erachtens erfolgreich nach neuen Wegen für eine Koexistenz der slowenischen und deutschen Kultur im österreichischen Kärnten sucht. Mit ihrer Unterstützung werden in der Veranstaltung auch slowenische und deutsche Kulturgruppen aus Kärnten auftreten.
Leider ist unter den Kärntner Slowenen die Einstellung zur Tätigkeit der Kärntner Konsensgruppe sehr kontrovers und obwohl ihr angesehene internationale und nationale Anerkennungen zuteil geworden sind und sie sich breiten öffentlichen Beifalls erfreut, treten einige scharf gegen sie auf – so wie auch die herrschende Kärntner Politik. Es ist natürlich nicht unsere Sache, irgend jemandem in Kärnten dreinzureden und ihm vorzuschreiben, wie er sich zu verhalten hat, aber auch uns soll niemand vorschreiben, wen wir bei unseren Nachbarn hassen sollen und erst recht nicht, wen bei uns in Slowenien.
Die geplante lokale Veranstaltung unserer Kulturvereine wird keine politische Tribüne sein. Der Versuch, uns politische Etiketten aufzukleben, kommt von jenen, die zwar gerne von der interkulturellen Zusammenarbeit reden, aber nur bis es wirklich dazu kommt. Unsere Absicht ist in den bekannten Worten von Prešeren verankert "Nicht Feind, nur Nachbar soll der Anrainer sein."
Die Organisatoren der Veranstaltung in Pekre und Limbuš
Am 21. Oktober 2009.
Einladung
Anlässlich des 150. Jahrestages der Übertragung der Diözese von Lavant nach Marburg durch Bischof Slomšek und des 150. Todestages von Erherzog Johann laden wir ein zum
SREÈANJE KULTUR/TREFFEN DER KULTUREN
gemeinsames Erinnern an Bischof Slomšek und Erzherzog Johann
Limbuš, Pekre, Sonntag, 25. Oktober 2009.
Die Anregung für die Veranstaltung ist aus Kärnten vom Zentralverband der slowenischen Organisationen und vom Kärntner Heimatdienst gekommen. Die Rolle des Gastgebers übernahmen der Kulturverein deutschsprachiger Frauen »Brücken« und der Kulturverein Pekre/Limbuš unter Mitarbeit des Verbandes der Kulturorganisationen Marburg und der Marburger Einheit des öffentlichen Fonds für Kulturtätigkeit. Es ist eine Fortsetzung der nachbarschaftlichen Treffen, deren erstes im Jahre 2006 in Ljubno stattgefunden hat.
Die Veranstaltung ist zwei wichtigen Jahrestagen gewidmet – der Verlegung des Sitzes der Diözese von Lavant aus Kärnten nach Marburg durch Bischof Slomšek und des Todes des »Volkserzherzogs« Johann. Die Wahl von Limbuš und Pekre als Ort des Treffens ist unmittelbar verbunden mit der engen Verbindung des Bischofs mit Anton Lah, Pfarrer von Limbuš und Begründer des dortigen ersten Lesevereins und der Bindung des Erzherzogs an den Besitz Meranovo - Meran und die Weinbauschule von Pekre.
Die Veranstaltung sollte jedoch auch als Unterstützung für das bedeutende Vorhaben der Kärntner Konsensgruppe verstanden werden, von dem auch Aktivitäten unter dem Titel »Kärnten neu denken« ausgehen, wofür die Träger wichtige Anerkennungen der EU, der Stadt Villach und des Österreichischen Verfassungsgerichtes erhalten haben. Auch wir Teilnehmer des Treffens von Marburg hoffen auf ein neues Zeitalter der freundlichen und schöpferischen Koexistenz zwischen der slowenischen und der deutschen Kultur.
Den ersten Teil des Treffens bildet die gemeinsame Sonntagsmesse um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Jakob in Limbuš, gelesen vom heimischen Pfarrer Andrej Firbas und dem Delegaten des Bischofs von Klagenfurt Dompfarrer Stanko Lipovšek. Es singen ein Kirchenchor aus Kärnten und von Limbuš. Nach der Messe werden Blumen am Denkmal des Bischofs Anton Martin Slomšek niedergelegt.
Der zweite Teil des Treffens findet in Meranovo um 12 Uhr teil, zunächst als Verneigung vor der Erinnerung an Erzherzog Johann, mit einer Kranzniederlegung bei seinem Denkmal und dem Auftritt des Blaskapelle St. Marein aus Neumarkt. Es folgt ein geselliges Beisammensein mit einem Imbiss und der Verköstigung des berühmten Meraner Souvignons.
Die Zentralveranstaltung findet im Kulturzentrum Pekre um 16. Uhr statt, mit dem Auftritt des gemischten Chores ARS Musicae aus Limbuš, der Tamburiza-Gruppe aus St. Johann, der Musik- und Kindertanzgruppe von Tonèek Plut aus Semiè, dem Quintett des Postchores aus Klagenmfurt, der Musikgruppe Familienmusik Primas aus Graz und des gemischten Sängerchores aus Kärnten statt. Die Veranstaltung wird von Irena Polak-Fištravec moderiert.
DIE ORGANISATOREN
Kulturtage in Reschitz, 11. – 14. Juni 2009
Wir nahmen teil an den »Kulturtagen« in Reschitz, die das »14. Steirertreffen aus drei Ländern« und das »16. Deutsche Trachtenfest« umfassten, organisiert vom Kultur- und Erwachsenenbildungsverein »Deutsche Vortragsreihe Reschitz« und in Zusammenarbeit mit der »Österreichischen Landsmannschaft Wien« und dem »Demokratischen Forum der Banater Berglanddeutschen«.
Auf die Initiative des Vereins »Alpenländischer Kulturverband Südmark« aus Graz finden schon seit 1995 jährliche Steirertreffen aus drei Ländern statt, von Steirern aus dem Land Steiermark in Österreich, aus der Untersteiermark in Slowenien und von Steirern aus dem Banater Bergland in Rumänien. Zweck des Treffens ist der Austausch von Erfahrungen und Gebräuchen und das persönliche Kennenlernern der Teilnehmer. Meist wird jedes Treffen von einem reichhaltigen Kulturprogramm begleitet, das jedesmal vom Organisator des Treffens bestritten wird.
Donnerstag, 11. Juni 2009: Das diesmalige »14. Steirertreffen« begann für unsere Steirergruppe aus Slowenien am Donnerstag, dem 11. Juni in der Frühe, als wir an der Tanstelle in Pesnica in den aus Graz mit den Steierern aus Österreich angekommenen Bus zustiegen.
Deren »Alpenländischer Kulturverband Südmark« hat unsere gemeinsame Reise zu den Steirernn aus dem Banater Bergland in Rumänien organisiert und unter der sorgfältigen Leitung von Prof. Reinhold Reimann durchgeführt. Es ging in ihre Hauptstadt Reschitz und in andere, mit zweisprachigen rumänisch-deutschen Ortstafeln ausgestattete Dörflein und Städtchen, in denen die deutschsprachige Minderheit lebt. Unter ihnen ist auch eine beträchtlich Gruppe von Steirern, deren Vorfahren in der Zeit der Industriealisierung der Donaumonarchie im 18. und 19. Jahrhundert dorthin gekommen sind und zahlreiche Eisen- und Kohlebergwerke in Reschitz erschlossen und geleitet und in der Umgebung eine Eisenindustrie entwickelt haben. Leider ist der Großteil davon im Kommunismus in der Zeit von Ceausescu verfallen, der Verfall wurde durch den Mauerfall 1989 noch beschleunigt. Geblieben sind die Nachkommen der deutschen Siedler aus verschiedenen deutschsprachigen Gegenden und Ortschaften von Europa. Und unter ihnen auch die Steirer. An ihre Niederlassung in der Gegend erinnern noch heute zweisprachige Ortstafeln wie z. B. Steierdorf/Anina, Wolfsberg/Gãrâna, Weidenthal/Brebu Nou, Moritzfeld/Mãureni oder Reschitz/Reºita.
Unser Weg führte zunächst auf der Autobahn bis zum Grenzübergang Lendava und anschließend durch Ungarn, wo wir bald nach der Stadt Szeged nach Rumänien einreisten und in zahlreichen Dörfchen an der Straße typische Häuser sahen, die noch heute von der jahrzehntelangen Ansiedlung der Deutschen in diesem Gebiet zeugen.
Am frühen Abend trafen wir dann in Reschitz ein. Für drei Nächte waren wir dort im Hotel Semenik untergebracht, das nach einem nahen, an unser Bachern erinnernden Berg benannt ist.
Freitag, 12. Juni 2009: Nach dem Frühstück wieder eine Fahrt: es wurden kleine, als Kulturerbe unter Schutz gestellte und fremdenverkehrsmäßig sehr gepflegte und viel besuchte Dörfchen besichtigt, mit den zweisprachigen Ortstafeln Franzdorf/Vãliug, Weidenthal/Brebu Nou und Wolfsberg/Gãrâna. Wir wurden begleitet von wunderbarem sonnigem Wetter und genossen die einmalige unberührte Landschaft, die altehrwürdige Baukunst der Dörfchen und die Freundlichkeit unserer Gastgeber.
Am Nachmittag ging es dann zu unserem inzwischen traditionellen »Treffen von Steirern aus drei Ländern« in Steierdorf/Anina, wo uns der dortige Verein der deutschen Minderheit einen herzlichen Empfang und ein interessantes Programm mit Volkstänzen und Volksmusik vorbereitet hatte. Alle Auftretenden trugen Steirertrachten, aber auch viele Besucher. Wir wurden auch vom Bürgermeister der Stadt willkommen geheißen. Zum Abschluss des Treffens bekam Veronika Haring von ihm eine rumänische Fahne geschenkt.
Samstag, 13. Juni 2009 : Am Samstag nahmen Vertreter jeder Steirergruppe an einem Empfang des Bürgermeisters der Stadt Rechitz (mit cca 90.000 Einwohnern) teil. Die Geschichte dieser Stadt erinnert stark an Marburg. Nach dem Fall des Kommunismus und der Planwirtschaft kam für die Stadt eine schwere Zeit. Die Schwerindustrie, welche die Einwohner ernährt hatte, verfiel. Wirtschaft und Industrie erholen sich sehr langsam, die Arbeitslosigkeit ist noch immer sehr hoch. Der junge, sympatische und ambitionierte Bürgermeister versucht deshalb, mit großen und billigen Industrieflächen Investoren aus ganz Europa für den Bau von Produktionsanlagen in der Stadt zu gewinnen. Nach dem Mittagessen im Hotel zogen wir alle unsere Steirertrachten an und fuhren zur Messe in der katholischen Kirche. Das gehört in Rumänien zum Pflichtprogramm. Vor jedem Fest gibt es zuerst eine Messe. Und die ist immer ökumenisch. Bei jeder Messe ist immer obligatorisch wenigstens ein (meist mehrere) Vertreter einer anderen Konfession dabei. In unserem Fall nahm an der katholischen Messe der evangelische Pastor von Reschitz teil. Eine angenehme Überrraschung war der Kirchenchor, der das eigentlich überhaupt nicht ist. Es war eine Gruppe von jungen Musikern mit elektrischer Klaviatur und Gitarre, die auf rumänisch und deutsch Kirchenlieder in einem ganz modernen Rhythmus sang. Nach der Messe fand das Trachtenfest statt, in der Form eines Umzugs von verschiedenen Gruppen aus verschiedenen Orten des Banater Berglands durch die Hauptstraße von Reschitz bis zum Hauptplatz und anschließend bis zum Denkmal für die Opfer der russischen Deportationen nach Sibirien (nach fünf Jahren sind über 3.000 Deportierte nicht wieder heimgekommen). Dort gedenkten wir ihrer und legten Kränze nieder.(Nach dem 2. Weltkrieg haben die Rumänen nämlich ihre deutschen Nachbarn nicht ermordet oder vertrieben so wie in Slowenien, deshalb leben sie noch heute mit ihnen in Eintracht und Verständnis für die Vielfalt.)
Anschließend begann im Theatersaal eine Volkstanzrevue von Gruppen der deutschen Minderheit des Banater Berglandes. Als erste stellten sich die jüngsten aus dem deutschen Kindergarten in Reschitz vor. Es folgten Schulgruppen, die Jugend, eine Blaskapelle und der Frauenchor »Franz Stürmer« aus Reschitz.
Es folgte ein festliches Abendessen, das mit Tanz und allgemeiner Lustbarkeit endete.
Sonntag 14. Juni 2009: Aus dem Banater Bergland brachen wir am Sonntag in Richtung Heimat auf. Voller Eindrücke aus Reschitz und von der malerischen Fahrt durch Ungarn kamen wir müde gegen Abend in Marburg an.
Doina in Gustav Hlinka:
Bilder aus dem Banat
Am 2. Juni 2009 wurde um 18. Uhr in der Galerie RRRudolf, Vojašniški trg 12 in Marburg die Ausstellung von Doina und Gustav Hlinka (Reschitza/Reºiþa, Rumänien) BILDER AUS DEM BANAT eröffnet. Zuerst wurden alle Anwesenden von Marjan Pungartnik begrüßt und dann von Veronika Haring, der Obfrau des Kulturvereins deutschsprachiger Frauen Brücken aus Marburg. Über die beiden Künstler sprach Ervin Joseph Þigla, Obmann des Vereins Deutsche Vortragsreihe Reschitza. Für Musikeinlagen sorgte der junge rumänische Violinist Giorgio.Gedichte las Edith Guip-Cobilanschi (Temischwar, Rumänien). Die Eröffnung der Ausstellung nahm Janez Karlin vor, Ehrenmitglied des Verbandes der Kulturvereine Marburg.
50. Internationales Minderheitenseminar in Neumarkt
29. Mai – 1. Juni 2009
Das Europahaus Neumarkt hat zusammen mit der Europäischen Föderalistischen Bewegung/EFB, dem Bund Europäischer Jugend/JEF und in Zusammenarbeit mit den Europäischen Akademien Bayern, Hessen und Gorizia, dem Institut "Dialog" Varna/BG, dem BASTEI - Freundschaftsverein BAranya-STEIermark, den Komitaten Baranya und Vas/H, der Deutschen Vortragsreihe Resita/RO, der Bildungsplattform Murau, der Marktgemeinde Neumarkt anlässlich der 60-Jahresfeier des Europarates vom 29. Mai bis zum 1. Juni 2009 das 50. Internationale Minderheitenseminar auf Schloss Forchtenstein in Neumarkt (Steiermark, Österreich) organisiert.
Am Freitag, dem 29. Mai begann das Seminar mit der Eröffnung der Ausstellung »Kinder malen ihre Heimat« mit Zeichnungen von Kindern aus Rumänien, Ungarn, Polen und Österreich durch den Bürgermeister von Neumarkt Reinhardt Racz.
Am Samstag, dem 30. Mai nahmen die Teilnehmer an einer Exkursion nach Gurk teil, wo sie im Museum der deutschen Minderheiten vom Bürgermeister von Gurk Siegfried Kampl begrüsst wurden. Besichtigt wurden noch der Zwergenpark und die Kirchenanlage von Hemma von Gurk. Am Nachmittag wurde das Seminar mit dem Vortrag von Dr. Reginald Vospernik aus Klagenfurt über die österreichischen Minderheiten und den Europarat fortgesetzt, Dr. Heinz Ticy aus Wien sprach anschließend über den Europarat und Minderheitenrechte – eine Bilanz nach 60. Jahren. Um 18. Uhr fand die traditionelle Messe statt, bei der auch die von der rumänischen Malerin Maria Tudor angefertigten Glasmalereien geweiht wurden.
Am Sonntag, dem 31. Mai sprach Mag. Eva Stadtschreiber aus Graz über das Irische-Gälische als 23. Amtssprache der EU. Über die deutsche Minderheit in Slowenien sprach anschließend Veronika Haring, Obfrau des Kulturvereins deutschsprachiger Frauen Marburg, sie sprach auch über die Gottscheer. Am Nachmittag präsentierte am Fall der Deutschen von Barnya und dem Banater Bergland Erwin Tigla aus Reschiza das deutsche Minderheitenschulwesen.
Am Montag, dem 1. Juni, sprach Dr. Alexander Varga, Pressburg, über die regionelle Zusammenarbeit zwischen Ungarn und der Slowakei in der Euroregion Ipel und über die Minderheiten. Danach wurde das Buch „Süßes Heimweh, bitteres Fernweh“ der Schriftstellerin Edith Guip-Cobilanschi aus Temeschwar von Erwin Tigla, Obmann des Deutschen demokratischen Forums Reschitza präsentiert. Das Seminar schloss mit einer Ausstellung zur 60-Gründungsjahr des Europarates.
Das Seminar wurde ermöglicht durch das Österreichische Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, Bundesministerium für Wirtschft, Jugend und Familie, das Land Steiermark, Landesjugendreferat und die Raiffeisenbank Neumarkt.
Alle Jahre wird das Seminar aufopferungsvoll von Max Wratschko organisiert.
Deutsche Literaturtage in Reschitza
XIX. Auflage, 15. – 17. Mai 2009
Wir nahmen teil an der 19. Auflage der »Deutschen Literaturtage in Reschitza/Reºiþa« in Rumänien, organisiert vom Verein für Kultur und Erwachsenenbildung »Deutsche Vortragensreihe Reschitza«, unter der Leitung des sehr agilen Erwin Joseph Þigla. Mit uns ist zur Veranstaltung der bekannte Humanitäraktivist aus Leibnitz Günther Maier gereist.
Das Programm begann am 15. Mai um 16. Uhr im Museum des Banater Montangebiets. Dort stellte sich Nora Iuga (Bukarest, Rumänien) mit ihrem im Jahre 2008 erschienenen zweisprachigen deutsch-rumänischen Buch vor, einer Gedichtauswahl von Rolf Bossert »Ich steh auf den Treppen des Winds« (1972-1985). Aufgetreten sind auch der Münchner Autor Bernhard Setzwein mit seinen mundartlichen Gedichten aus den Bändern »Hobdz mi gern. Mundartgedichte« (1980) und »Oidweiwasumma. Gedichte in altbairischer Mundart«, Eugen D. Popin aus München mit seiner Gedichtsammlung »Deine Hälfte des Wortes« (2008), Anne Junesch (Hermannstadt, Rumänien) mit dem Buch »Wassertropfen in Zibin« (2008). Dr. Mariana Virginia Lãzãrescu (Hermannstadt, Rumänien) stellte das Buch von Edith Guip-Cobilanschi »Süßes Heimweh, bitteres Fernweh« vor, aus dem Buch gelesen hat Edith Guip-Cobilanschi (Temeswar, Rumänien).
Am 16. Mai wurde die Veranstaltung um 10 Uhr in der deutschen Bibliothek »Alexander Tietz« fortgesetzt. Dr. Annemarie Podlipny-Hehn (Temeswar, Rumänien) präsentierte die deutsche Monographie »Temeswar=Timiºoara« (2009), Joachim Wittstock (Hermannstadt, Rumänien) präsentierte die Anthologie des Klagenfurter Verlags Wieser »Europa Erlesen: Hermannstadt« (2008), Carmen Elisabeth Puchianu (Kronstadt, Rumänien) präsentierte ihr Miniaturbuch »Verortete Zeiten« (2008), Michael Astner (Iassy) präsentierte das Buch von Radu Mãrculescu »Leid und Offenbarung in der sowjetischen Gefangenschaft«, das er selber übersetzt hat, und las daraus ein längeres Stück vor. Robert Gabriel Elekes (Kronstadt, Rumänien) präsentierte schließlich einen Abschnitt aus seinem Prosawerk »Gavril. Prosafragmente«.
Um 16. Uhr präsentierte Johann Schuth, Vorsitzender des Verbandes von ungarisch-deutsche Autoren und Künstlern (Budapest, Ungarn) die Anthologie »Seitensprünge. Literatur aus deutschsprachigen Minerheiten in Europa: Ostbelgien, Südtirol und Ungarn«, Gedichte wurden gelesen von der ungarisch-deutschen Autorin Angela Korb gelesen. Veronika Haring (Marburg, Slowenien) präsentierte den siebten Sammelband des Vereins der deutschsprachigen Frauen Büchen »Vezi med ljudmi=Zwischenmenschliche Bindungen«. Ihre Gedichte in deutscher Sprache lasen Marjan Pungartnik, Ivana Hauser in Aleš Tacer.
Am 17. Mai 2009, einem Sonntag, sorgten die Organisatoren für eine literatische Reise durch das Banater Bergland, um 16.30 Uhr konnten die Teilnehmenr in Oravia im schön restaurierten Theater aus dem 19. Jahrhundert die Vorstellung »Niktophobie, oder: Mephistos später Gruß an Faust« mit Robert Gabriel Elekese in der Hauptrolle unter der Regie von Carmen Elisabeth Puchianu des Theaters »Transsilvanien« der Universität in Kronstadt anschauen.
Die Veranstaltung schloss mit einem gemeinsamen Abendessen aller Teilnehmer.
Die slowenischen Tage des Buches in unserem Verein
22. April 2009 – 12. Slowenischen Tages des Buches in Marburg – Präsentation des zweisprachigen Sammelbandes »Vezi med ljudmi/Zwischenmenschliche Bindungen«
Der Kulturverein der deutschsprachigen Frauen Brücken hat in seinen Räumen in der Barvarska 5, am Mittwoch, dem 22. April 2009, um 18 Uhr seinen jedes Jahr erscheinenden Sammelband »Vezi med ljudmi/Zwischenmenschliche Bindungen« vorgestellt. Die Veranstaltung wurde von der Obfrau des Vereins Veronika Haring geleitet. Zuerst stellte sich eine Kindergruppe vor, die im Verein deutsch lernt. Unter der Leitung von Robert Herièko zeigten sie in einem Spiel ihre Deutschkenntnisse. Danach fand die Präsentation des Sammelbandes statt. Gedichte und Prosabruchstücke wurden in der deutschen Sprache von den Autoren selbst vorgetragen (Marjana Habjaniè-Jerèiè, Martina Haring, Ivana Hauser, Jožica Hladin, Erna Hölzl, Ana Nikoliè, Vilma Ploj, Marjan Pungartnik,Tatjana Srebrniè, Gero Angleitner, Ana Marija Pušnik in Paula Pressnitz), in slowenischer Sprache wurden sie von Melita Plešnik vorgelesen.
Für die Vielfältigkeit des Programms sorgten der Akkordeonspieler Feliks Šarman, die Sängerin Stana Šopar und die Zitherspielerin Ana Nikoliè mit ihren befreundeten Sängern.
Unsere Marburger Gäste in der Ausstellung »November 1918«
Bei unserem Mitgliederabend am 18. Februar 2009 konnten wir auch eine Gruppe von mehr als dreißig Angehörigen des Marburger Kulturvereines deutschsprachiger Frauen »Brücken« begrüßen, mit welchen wir zuvor im Landesarchiv die Ausstellung »November 1918 – die Steiermark zwischen Monarchie und Republik« besucht hatten. Einen Schwerpunkt dieser Ausstellung bildet die Abtrennung der Untersteiermark – ein Thema, das bei unseren Gästen auf besonderes Interesse stieß. Nach dem Ausstellungsbesuch waren unsere Freunde aus Marburg Gäste des Bürgermeisters der Landeshauptstadt Graz, Mag. Siegfried Nagl, zum Abendessen im Restaurant »Gösser Bräu«.
Aus »Lot und Waage«
Obnovljeno zadnjiè 10. februarja 2010.