Gründung
des Kammerchores »Hugo Wolf«
Am 13. März jährt sich zum 150. Mal der Tag der
Geburt von Hugo Wolf in Slovenj Gradec, damals Windischgraz. Die ganze Musikwelt
wird sich an diesem Tag an Hugo Wolf, einen der größten Komponisten der
Spätromantik erinnern. Wir allerdings haben noch einen ganz besonderen Grund,
diesen Jahrestag nicht zu vergessen. Wie sie alle wissen, steht es auch auf der
Gedenktafel in der Mladinska ulica, dass
Hugo Wolf in 1873 nach Marburg gekommen ist und hier die Mittelschule
besucht und sich insbesondere dem
Musikstudium gewidmet hat. Hier begann er zu komponieren, denn aus dem April
1875 datieren seine erste Klaviersonate op. 1 und die Variationen op. 2. Im
Herbst desselben Jahres zog er dann nach Wien.
Der Kulturverein deutschsprachiger Frauen
"Brücken" hat sich als eine der wichtigsten Aufgaben die Förderung der
Koexistenz zwischen der slowenischen und deutschen Kultur gesetzt, die hier in
Marburg jahrhundertelang kreativ miteinenader verflochten waren, in
unglücklichen historischen Momenten leider einander auch feindlich
gegenüberstanden. Wir möchten darauf hinweisen, dass unsere Stadt gleich
multikulturell war wie die meisten bedeutenden mitteleuropäischen Städte und
dass wir uns selbst großen Schaden zufügen, wenn wir das vergessen oder sogar
vorsätzlich negieren. Marburg als
Europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2012 bietet eine außerordentliche
Möglichkeit, das zu korrigieren.
Ich möchte
daran erinnern, dass wir in den letzten beiden Jahren den vorzüglichen
Komponisten und bedeutenden Organisator des europäischen Konzertgeschehens den
Baron aus Wildhaus Eduard von Lannoy auf unsere Konzertbühnen gebracht haben. In
diesem Jahr werden wir in ähnlicher
Weise Robert Stolz präsentieren, der seine Muskkarriere in Marburg begonnen hat.
Marjana Lipovšek hat uns vor einiger Zeit eine der berühmtesten
Mezzosopranistinnen des 19. Jahrhunderts vorgestellt, die Marburgerin Amalia
Schneeweiss.
Zu den großen Musikkünstlern, die unser Raum
hervorgebracht hat und welche die verbindende Rolle der Kultur veranschaulichen,
gehört auch
Hugo Wolf. Unser Verein möchte sich mit
ihm ganz besonders beschäftigen, deshalb haben wir uns für die Gründung eines
Kammerchores mit seinem Namen entschlossen.
Dabei möchten wir auf die wirklich reiche Chortradition unserer Stadt
zurückgreifen, die sowohl slowenische als auch deutsche Wurzeln hat. Und wir
hatten das Glück, dass wir für die künstlerische Leitung Mag. Aleš Marèiè
gewinnen konnten, einen vorzüglichen Kenner von Hugo Wolf, der sich auch auf
slowenischen Bühnen schon ein Ansehen mit der Vokalgruppe Liguster geschaffen
hat. Mag.Aleš Marèiè ist auch ein bekannter Marburger Musiker und Musikpädagoge.
Für unseren Verein ist die Gründung des Chores
eine große Orgasationsaufgabe. Wir hoffen auf die Unterstützung und die positive
Reaktion der Kulturpolitik und insbesondere des Publikums hier in Marburg,
welches die Chormusik sehr gut kennt. Und ich hoffe, dass sich unser Chor recht bald auch auf Konzertbühnen
wird vorstellen können.

Obnovljeno zadnjiè 11. novembra 2010.